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le camp d'internement 1914-1919
Le camp d’internés 1914-1919

Dieser Internet-Auftritt verfolgt das Ziel, möglichst viele Informationen über das Internierungslager auf der Ile Longue zusammenzustellen, damit Historiker und Nachkommen der Internierten sich ein Bild von den Realitäten dieses bisher wenig bekannten Lagers machen können - nicht zuletzt auch, um die bedeutenden kulturellen Leistungen der Lagerinsassen zu würdigen.

Le but de ce site est de prendre contact avec les familles des prisonniers allemands, autrichiens, hongrois, ottomans, alsaciens-lorrains... qui ont été internés, pendant la Première Guerre mondiale, dans le camp de l’Ile Longue (Finistère).

Carl Wilhelm Hubert Doetsch (D)
On-line gesetzt am 14. Januar 2013
zuletzt geändert am 24. April 2016

von Gérard

Der Ingenieur Carl Wilhelm Hubert Doetsch ist während seiner Zeit im Internierungslager auf der Île Longue nicht weiter in Erscheinung getreten. Daher mag es verwundern, dass sein Name in der Liste der besonderen Internierten auftaucht. Doetsch hat uns jedoch einen Aufsatz hinterlassen, in dem beispielhaft der Weg einer besonderen Gruppe der Internierten dargestellt ist.

Doetsch war bei Kriegsausbruch einer der beiden verantwortlichen Ingenieure der Großfunkstation Kamina in der Kolonie Togo.

Togo war seit 1884 deutsche Kolonie. Es besaß aufgrund der wenige Wochen vor Kriegsausbruch fertig gestellten transkontinentalen Funkstation Kamina Bedeutung als Fernmeldepunkt für die überseeischen Nachrichtenverbindungen des deutschen Reiches mit seinen Kolonialgebieten. Bereits einen Monat nach Kriegsbeginn wurde Togo und damit auch die Funkstation durch englische und französische Truppen besetzt.

Für die gefangenen Deutschen begann damit ein langer Leidensweg. Von den ca. 270 von den Franzosen insgesamt in Afrika internierten Deutschen sollten etwa 80 nach einer fast zweijährigen Odyssee durch mehrere Stationen in Afrika, über Marseille und Uzès auf die Île Longue gelangen und erst weitere 3 Jahre später in die Heimat entlassen werden.

Doetsch hat diese Odyssee und auch die anschließende Lagerzeit mit bewegenden Worten in einem Aufsatz nieder geschrieben, der ein halbes Jahr nach seiner Rückkehr in der „Telefunken Zeitung“ abgedruckt wurde.

Carl Wilhelm Hubert Doetsch wurde am 11.11.1881 als Sohn des Richard Doetsch und der Johanna Engels in St Toenis bei Krefeld geboren. Nach seiner Ausbildung als Ingenieur gelangte er vermutlich im Auftrag von Telefunken 1914 nach Togo, wo er am 27.08.1914 in Kamina gefangen genommen wurde. Für den 04.07.1916 ist sein Zugang auf der Île Longue verzeichnet, für den 20.10.1919 seine Entlassung in die Heimat. Für die Zeit danach konnten außer dem Aufsatz in der Telefunken Zeitung und dem Hinweis, das er in Berlin lebte, bisher nur sein Sterbedatum 14.07.1945 im Totenbuch des Sowjetischen Speziallagers Nr. 3 in Berlin-Hohenschönhausen gefunden werden.