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le camp d'internement 1914-1919
Le camp d’internés 1914-1919

Dieser Internet-Auftritt verfolgt das Ziel, möglichst viele Informationen über das Internierungslager auf der Ile Longue zusammenzustellen, damit Historiker und Nachkommen der Internierten sich ein Bild von den Realitäten dieses bisher wenig bekannten Lagers machen können - nicht zuletzt auch, um die bedeutenden kulturellen Leistungen der Lagerinsassen zu würdigen.

Le but de ce site est de prendre contact avec les familles des prisonniers allemands, autrichiens, hongrois, ottomans, alsaciens-lorrains... qui ont été internés, pendant la Première Guerre mondiale, dans le camp de l’Ile Longue (Finistère).

Christian Barth (D)
On-line gesetzt am 6. Januar 2013
zuletzt geändert am 24. Oktober 2015

von Christophe

Wenn wir Christian Barth als „besonderen Internierten“ betrachten, dann u.a. deswegen, weil er zu den wenigen Internierten gehört, bei denen es uns gelungen ist, Kontakt zur Familie aufzunehmen. In der Tat hat seine Tochter, Frau Margret Ullherr aus Lauf bei Nürnberg in Mittelfranken, sehr freundlich und entgegenkommend auf unsere Anfrage reagiert. Ihr ist es zu verdanken, dass wir auf eine ebenso naheliegende wie entscheidende Frage eine Antwort geben können: wie erklärt es sich, dass ein junger kaufmännischer Angestellter aus Mittelfranken in das Internierungslager auf Ile Longue verschlagen wurde?

An dieser Stelle möchten wir noch einmal Frau Ullherr ganz ausdrücklich dafür danken, dass sie bereit war, uns von ihrem Vater zu erzählen und uns Originaldokumente (Briefe, Photos u.a.) aus der Lagerzeit zur Verfügung zu stellen.

Einige, im Archiv des Départements Finistère zu Quimper aufbewahrte Dokumente, vor allem die Personalakte (Signatur 9 R 94), liefern uns biographische Daten zu Christian Barth, andere wurden uns von seiner Tochter mitgeteilt.

Hier eine kurze Zusammenfassung des Weges von Lauf bis ins Lager Ile Longue:

  • 21. Januar 1894, Geburt in Lauf.
  • Schulbesuch in Lauf und Nürnberg.
  • Berufsausbildung und erste Anstellung in Lauf.
  • Seit 1913 kaufmännischer Angestellter bei Siemens-Schuckert Madrid.
  • Bei Ausbruch des Krieges (3. August 1914) beschließt Christian Barth, nach Deutschland heimzukehren, um das Vaterland zu verteidigen. Zu diesem Zweck versucht er, per Schiff nach Italien zu gelangen.
  • Am 1. Januar 1915 wird er an Bord des italienischen Schiffes „Principessa Isabella“ vor Sardinien (Golfo d’Aranci) festgenommen. Christian Barth dazu in einem Brief aus Bizerta (Tunesien) an seine Eltern vom 3. Januar 1915: „Ich bin während der Überfahrt von Sardinien (auf einem ital. Schiff) nach dem Festland am 31.12 1914 nachts 12 Uhr gefangen genommen worden. Macht Euch keine Gedanken, denn wir haben hier gutes Essen, gute Schlafstellen und gute Behandlung.
  • Am 2. Januar 1915 wurde er nach Gafsa (Tunesien) verlegt, von dort am 29. September nach Porto Farina (Tunesien) und am 28. Mai 1916 ins Lager Uzès (Südfrankreich).
  • Am 22. August 1916 gelangt er schließlich ins Lager Île Longue.

Welches Leben führt er im Lager, während seiner mehr als dreijährigen Gefangenschaft, bevor er am 20. Oktober 1919 in die Heimat entlassen wird? Wir wissen wenig darüber, trotz einiger handschriftlicher Briefe, die wir glücklicherweise besitzen. Auch, wenn er in diesen Briefen an seine Eltern kaum von seinen eigenen Beschäftigungen und wenig über das Lagerleben im Allgemeinen spricht, handelt es sich dabei doch um authentische Dokumente, die hier (« Christian Barth, prisonnier de guerre civil allemand du camp de l’Ile Longue, de 1916 à 1919 », paru dans « Avel Gornog » n° 18, juillet 2010, par Christophe Kunze) nachgelesen werden können.