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le camp d'internement 1914-1919
Le camp d’internés 1914-1919

Dieser Internet-Auftritt verfolgt das Ziel, möglichst viele Informationen über das Internierungslager auf der Ile Longue zusammenzustellen, damit Historiker und Nachkommen der Internierten sich ein Bild von den Realitäten dieses bisher wenig bekannten Lagers machen können - nicht zuletzt auch, um die bedeutenden kulturellen Leistungen der Lagerinsassen zu würdigen.

Le but de ce site est de prendre contact avec les familles des prisonniers allemands, autrichiens, hongrois, ottomans, alsaciens-lorrains... qui ont été internés, pendant la Première Guerre mondiale, dans le camp de l’Ile Longue (Finistère).

Das Lager
On-line gesetzt am 10. Januar 2019
zuletzt geändert am 14. Januar 2019

von Gérard
Ausschnitt aus dem Lageplan, hier der Bereich mit den fehlenden Baracken

Schon 14 Tage nach der Kriegserklärung hatte das französische Innenministerium begonnen nach einem Standort für ein Internierungslager zu suchen. Am 24. August teilt der Präfekt des Finistère mit, dass die Île Longue für ein neu zu bauendes Barackenlager für bis zu 5 000 Gefangene geeignet scheint. Am 13. September 1914 wird dann eine Liste möglicher Unterbringungsorte bekannt gegeben – darunter die Île Longue mit 4 000 bis 5 000 Plätzen. Nur zwei Wochen später beginnt auf Île Longue die Beschlagnahme der erforderlichen Grundstücke. Sie umfassen etwa 7,5 ha [1]. Wenige Tage darauf fängt das Geniekorps [2] mit dem Bau des Lagers an. Das Lager liegt im nördlichen Teil der Île Longue und ist einerseits mit dem Boot und eine Uferrampe, andererseits über eine Schotterstraße zur Halbinsel von Crozon erreichbar. Der überwiegende Teil der Materiallieferungen und der Versorgung erfolgt auf dem Seeweg vom Brester Hafen aus.

Nach dem Lageplan umfasst das Gelände innerhalb des Lagerzaunes etwa eine Fläche von 4,7 ha. Betrachtet man den Plan [3] genauer, so erkennt man, dass die Baracken durchnummeriert sind, dass aber etwa in der Mitte der beiden Doppelreihen sechs Baracken mit den Nummern 19 bis 24 und noch mal sechs Baracken mit den Nummern 59 bis 64 fehlen. Man ist also davon ausgegangen, diese Baracken zu einem späteren Zeitpunkt noch zu errichten.

Vermutete ursprüngliche Planung des Lagers

Ein weiterer Hinweis auf die ursprüngliche Planung ergibt sich aus einem Bericht über den Zustand des Lagers vom 16. August 1916 [4]. Hier sind unter der Überschrift „Küchen“ 11 Gebäude aufgeführt: 10 Baracken für je vier Küchen und eine um ein Viertel kürzere Baracke, die für drei Küchen passen würde. Eine Küche sollte je 80 bis 120 Mann – also je zwei Baracken versorgen. Das würde 80 bzw. 86 Mannschaft-Baracken ergeben und dies entspricht auch genau dem verfügbaren Platz innerhalb des Lagerzauns. Die Küchen werden vermutlich vorrangig gebaut, da sie ja zum Zeitpunkt der Belegung der Baracken vorhanden sein sollten.

Sicher ist, dass es zum Zeitpunkt der Planung des Lagers den Typ der „Adrian“-Baracken noch nicht gab. Dieser wird erst in der zweiten Hälfte des Jahres 1915 eingeführt. Es ist also ursprünglich nur ein einziger Baracken-Typ geplant. Vermutlich sieht also die ursprüngliche Planung bei voller Ausnutzung der verfügbaren Flächen den Bau von 80 oder 86 Baracken des Typs „Genie“ vor. Bei einer Belegung mit 40 bis 60 Mann pro Baracke ergibt das eine Gesamtkapazität des Lagers von 3.200 bis 5.160 Personen.


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