Hauptbanner
le camp d'internement 1914-1919
Le camp d’internés 1914-1919

Dieser Internet-Auftritt verfolgt das Ziel, möglichst viele Informationen über das Internierungslager auf der Ile Longue zusammenzustellen, damit Historiker und Nachkommen der Internierten sich ein Bild von den Realitäten dieses bisher wenig bekannten Lagers machen können - nicht zuletzt auch, um die bedeutenden kulturellen Leistungen der Lagerinsassen zu würdigen.

Le but de ce site est de prendre contact avec les familles des prisonniers allemands, autrichiens, hongrois, ottomans, alsaciens-lorrains... qui ont été internés, pendant la Première Guerre mondiale, dans le camp de l’Ile Longue (Finistère).

Der ungarische Abgeordnete Dr. Barna Buza (D)
On-line gesetzt am 7. März 2013
zuletzt geändert am 24. Oktober 2015

von Christophe

Der Ungar Dr. Barna Buza, Rechtsanwalt, Abgeordneter und Landwirtschaftsminister, war etwas mehr zweieinhalb Jahre interniert, davon etwas mehr als ein Jahr im Lager Île Longue.

Er ist am 1. Januar 1873 in Tolcsva geboren, war Herausgeber der Zeitschrift Felsömagyarorszàgi Hirlap und Journalist. Nach seiner Wahl zum Abgeordneten bleibt er Herausgeber von Budapest und Magyarorszag.

Im Sommer 1914 begleitet er, zusammen mit sieben anderen Abgeordneten, den Grafen Mihali Karoly de Nagykaroly, Vorsitzender der ungarischen Unabhängigkeitspartei, in die Vereinigten Staaten. Die ungarische Delegation verfolgt das Ziel, Geldmittel für eine Agrarreform zu erhalten, damit die Bauern Eigentümer des von ihnen bewirtschafteten Landes werden können.

Die Mitglieder der Delegation schiffen sich Ende Juni auf dem deutschen Passagierschiff „Vaterland“ ein. Auf der Überfahrt erfahren sie vom Doppelmord am österreichischen Erzherzog und dessen Gemahlin. Die Delegation erreicht am 4. Juli New York. Die New York Times widmet ihr zwei Artikel, einer von ihnen über eine fast volle Seite.

Nach mehreren Gesprächen verlässt die ungarische Delegation am 25. August 1914 die Vereinigten Staaten an Bord des holländischen Passagierschiffs „Nieuw Amsterdam“. Das Schiff wird am 2. September von der französischen Marine aufgebracht: die Passagiere deutscher und österreichischer Staatsangehörigkeit werden interniert. Trotz seines Abgeordnetenstatus bleibt Dr. Barna Buza interniert, zunächst, von September 1914 bis zum 22. August 1916, in der Burg von Brest, danach auf Île Longue. Er wird am 16. November 1917 freigelassen.

In der sog. „Chrysanthemen-Revolution“ kommt die Partei Karolys an die Macht. Dr. Buza wird Landwirtschaftsminister der neuen demokratischen Republik Ungarn.
Er stirbt am 2. Mai 1944 in Budapest.

Quellen:

Archiv der New York Times Randy Whittle, “Johnstown – Pennsylvania, a History part one : 1895 – 1936”, History Press 2005 (Neuauflage), S. 175