Hauptbanner
le camp d'internement 1914-1919
Le camp d’internés 1914-1919

Dieser Internet-Auftritt verfolgt das Ziel, möglichst viele Informationen über das Internierungslager auf der Ile Longue zusammenzustellen, damit Historiker und Nachkommen der Internierten sich ein Bild von den Realitäten dieses bisher wenig bekannten Lagers machen können - nicht zuletzt auch, um die bedeutenden kulturellen Leistungen der Lagerinsassen zu würdigen.

Le but de ce site est de prendre contact avec les familles des prisonniers allemands, autrichiens, hongrois, ottomans, alsaciens-lorrains... qui ont été internés, pendant la Première Guerre mondiale, dans le camp de l’Ile Longue (Finistère).

Hinter Stacheldraht
On-line gesetzt am 8. März 2015
zuletzt geändert am 1. April 2015

von Christophe, Gérard

Mit seinen vielen Möglichkeiten für kulturelle Beschäftigungen, wie Musik, Theater, Sport und Handwerk war das Lager auf Île Longue sicher das freiheitlichste und menschlichste unter allen französischen Internierungslagern des Ersten Weltkriegs. Viele derjenigen Internierten, die aus anderen Lagern nach Île Longue verlegt wurden, schreiben mit Dankbarkeit und Erleichterung von den relativ guten Lebensbedingungen, die hier herrschen. Dem Internierten Paul Madsack, Autor des Erinnerungsbuches „Vae Victis“ [1] erscheint Île Longue gar wie eine zweite „Lotophageninsel“ [2].

Natürlich ist es sinnvoll, die großen Vorzüge der Île Longue gegenüber anderen Lagern nicht nur zu nennen, sondern auch in ihren segensreichen Wirkungen zu beschreiben. Werden diese jedoch allzu sehr, ja ausschließlich in den Vordergrund gestellt, gerät die Richtigkeit des Bildes vom Lager in Gefahr.

Denn objektiv unbestreitbar ist ja auch, dass dieser ganze, anscheinend so freiheitliche und teilweise hoch kultivierte Lebensraum von einem doppelten Stacheldrahtzaun umgeben war, der den Internierten ihr Gefangenensein quasi permanent vor Augen führte. Auf einem Plan des Lagers ist dieser Zaun als doppelte blaue Linie abgebildet. Wie sah er wirklich aus? Erstaunlicherweise tritt er auf keinem der uns vorliegenden Photos deutlich erkennbar in Erscheinung. Hellmut Felle beschreibt ihn als „Drahtverhau“ [3], spricht aber auch, poetisch rätselhaft, vom „Kerker dreißigfachen Stacheldrahts“ [4].

Zahlreich dagegen sind Bilder von Lagerkünstlern, die zeigen, dass dieser Stacheldrahtzaun, wie die Internierten, z. B. Hellmut Felle, ihn erleben, in seiner Unerbittlichkeit und Allgegenwärtigkeit, eine der Hauptursachen für das Leiden an der Gefangenschaft war. Das letzte der im Folgenden wiedergegebenen Bilder, eine unbetitelte Zeichnung, auf der Max Pretzfelder einen (seinen?) von Stacheldraht umschlossenen und gekrönten Kopf (Anspielung auf die Dornenkrone?) darstellt, zeigt die brutale, Leben und Geist zerstörende Wirkung dieses Stacheldrahts.

Es gibt keinen Zweifel: das Lager Île Longue war trotz seiner glanzvollen Lagerkultur, trotz der freiheitlichen und i. A. menschenwürdigen Lebensbedingungen, die es bot, überwiegend ein Ort des Leidens an der durch den Stacheldraht materialisierten Unfreiheit.


Hellmut Felle

„In der Baracke“
Hellmut Felle, „Fünf Jahre hinter Stacheldraht“

 

„Gefangen“
Hellmut Felle, „Fünf Jahre hinter Stacheldraht“

 

„Brest“
Hellmut Felle, „Fünf Jahre hinter Stacheldraht“ / Cinq années derrière les barbelés

 

„Blick auf die Brester Bucht“
Hellmut Felle, „Fünf Jahre hinter Stacheldraht“

 

„Dorf Fret“
Hellmut Felle, „Fünf Jahre hinter Stacheldraht“

 

„Die Lagerautortität“
Hellmut Felle, „Fünf Jahre hinter Stacheldraht“

 

„Gefangen“
Hellmut Felle

 

„Wer ist der Gefangene?“
Hellmut Felle, „Fünf Jahre hinter Stacheldraht“

 


Paul Bor Beck(?)

Paul Bor Beck(?), Kunstmappe (BNU Strasbourg)

 


Insel-Woche

Insel-Woche, 1. Folge, Nr. 27

 

Insel-Woche, 2. Folge, Nr. 26

 

Insel-Woche, 1. Folge, Nr. 23

 


Paul v. Kovács

Paul v. Kovács, Insel-Woche, 2. Folge, 2. Jahrgang, Nr. 3

 

Paul v. Kovács, Kunstmappe (BNU Strasbourg)

 

Paul v. Kovács, Kunstmappe (BNU Strasbourg)

 

Paul v. Kovács, Kunstmappe (BNU Strasbourg)

 

Paul v. Kovács, Kunstmappe (BNU Strasbourg)

 


Max Pretzfelder

Max Pretzfelder, Insel-Woche

 

Max Pretzfelder, Insel-Woche

 

Max Pretzfelder, Kunstmappe (BNU Strasbourg)

 

Max Pretzfelder, Kunstmappe (BNU Strasbourg)